Und jährlich grüßt das Murmeltier!

Tatsächlich, fast schon ein Jahr ist vergangen, seitdem wir hier das letzte Mal Neuigkeiten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Schließung des Thalia Theaters verkündeten. Im März des vergangenen Jahres wurde der Haustarifvertrag als solidarischer Rettungsakt aller MitarbeiterInnen der GmbH gefeiert. Damit wurde nicht zuletzt das Weiterbestehen des einzigen Kinder- und Jugendtheaters als gesichert behauptet, die Geschäftsführung der TOO GmbH und einzelne Aufsichtsräte sonnten sich im vermeintlichen Erfolg. Wir haben damals stark bezweifelt, dass diese Lösung eine nachhaltige Theaterarbeit in der selbsternannten Kulturhauptstadt Sachsen-Anhalts bedeuten kann. Und so wundert es uns kaum, dass nicht einmal ein Jahr später die Schließung des Thalia Theaters wieder mal als eine der vermeintlich alternativlosen Lösungen für die drohenden Kürzungen im Kulturbereich hervorgeholt wird.

Und weil immer noch stimmt, was wir an anderer Stelle und mit nachhaltiger Wirkung schon einmal formuliert haben, trauen wir es uns nochmal: Die nun wieder einmal bevorstehende Schließung des Hauses ist keine aus ominösen Sachzwängen entstandende “Situation”, sondern Resultat eines Fusionsprozesses, der dieses Resultat von Anbeginn an zum Ziel hatte.  Über den drohenden Kahlschlag in der halleschen Kultur informiert hier und hier das halleforum. So sieht es aus.

Vor diesem Hintergrund möchten wir auf eine Veranstaltung in der Galerie dieschönestadt aufmerksam machen.

War es Suizid? Oder war es Mord? Podiumsdiskussion zu den Bedingungen kultureller Arbeit, am 23.2.2012 um 19 Uhr in der Galerie dieschönestadt, u.a. mit Vertretern der ufo-Universität und KünstlerInnen aus verschiedenen Städten. Weitere Infos zu der Veranstaltung unter www.ufo-universitaet.de

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Aufsichtsrat stimmt Haustarifvertrag zu

Wie die Pressestelle der Theater, Oper und Orchester GmbH heute mitteilte, hat der Aufsichtsrat dem Haustarifvertrag zugestimmt. Nun erwarte man die zügige Unterzeichnung des Vertrages und sehe insbesondere die Gewerkschaft verdi in der Pflicht, das Ganze auch zu unterzeichnen. Wir haben in unserem Pressearchiv gestöbert und dabei festgestellt, dass im Dezember 2010 die Zustimmung des Aufsichtsrates schon einmal verkündet wurde (hier). Ob es dieses Mal dann auch zu der zu von so vielen Seiten herbei gesehnten Unterschrift kommt? Und, was ja viel entscheidender ist:  Ob dieser Haustarifvertrag eine nachhaltige Maßnahme für die produktive Theaterarbeit in der Saalestadt sein kann? Wir haben Zweifel.

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Chronologie des Scheiterns

Die Redaktion von Nachtkritik hat eine recht umfangreiche Chronologie zusammen gestellt, die die Ereignisse im Zusammenhang mit der drohenden Schließung des Thalias gut veranschaulicht. Zum Thema Haustarifvertrag hört man derweil, dass nun, wo offenbar verdi dank eines SPD-Erfolgsduos erfolgreich ins Boot gestiegen ist, einige andere Tarifpartner wieder aussteigen wollen. Wir tun, was wir schon so gut können: Warten.

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Wahnsinn: Thalia Theater von der halleschen SPD gerettet?

Weil es uns angesichts dieses Wahnsinns kurz mal die Sprache verschlagen hat, bleibt diese Meldung unkommentiert stehen: wie-die-hallesche-spd-das-thalia-rettet

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Reaktionen auf das bevorstehende Aus: Meldungen aus der Politik

Verschiedene Stadt- und Landespolitiker haben sich nun zum bevorstehenden Ende des Thalia Theaters zu Wort gemeldet. Interessanterweise ist dabei auch der kulturpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Linken, an den wir vor einigen Monaten, wie übrigens an alle Kulturausschussmitglieder des Landtages, eine Mail mit Bitte um Unterstützung gesandt haben. Eine Reaktion haben wir weder von einem der Mitglieder des Kulturausschusses noch von den Verantwortlichen für Jugend, Bildung und Kultur im Sozialministerium erhalten. Die Neuigkeiten gibts im halleforum. Und auch die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

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Und täglich grüßt das Murmeltier: Presseschau zum Scheitern der Tarifverhandlungen

Es ist erstaunlich. Wieder einmal vermeldet die lokale Presse das drohende Aus für das Thalia Theater und erneut fragt niemand danach, warum denn die Einigung bei den Verhandlungen schon so oft verkündet wurde. Uns scheint unvorstellbar, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die nach den neuesten Verlautbarungen nun den schwarzen Peter zugeschoben bekommt, erst in der letzten Worte erstmalig jene Forderungen erhoben haben soll, wegen denen die Verhandlungen nun als gescheitert bezeichnet werden. Weiterhin unbeantwortet, weil unhinterfragt bleibt derweil alles, was mit dem finanziellen Desaster der TOO GmbH zu tun hat – wo es herkommt, wer dafür verantwortlich ist und was es an alternativen Möglichkeiten gäbe, wenn man der Stadt das Kinder- und Jugendtheater erhalten wollte. Die Berichterstattung der Mitteldeutschen Zeitung gibts hier und hier. Neues jedoch wird der geneigte Leser vergeblich suchen.

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Und wieder einmal: Haustarifvertragsverhandlungen gescheitert

Ende des vergangenen Jahres haben zwei Mitstreiterinnen von THALIA 21 einen Artikel für die Programmzeitung von Radio Corax geschrieben (den hier), für den sie an prominenter Stelle (hier) heftig kritisiert worden sind. U.a.wurde in diesem Artikel vermutet, dass es sich bei den permanenten Verkündigungen des vermeintlich erfolgreich abgeschlossenen Haustarifvertrages um Hinhaltestrategien handelt, mit denen die längst feststehende Liquidation des Thalia Theaters verschleiert werden sollte. Kurz nach diesem Artikel wurde erneut die Einigung in den Haustarifverträgen verkündet und Oberbürgermeisterin Szabados ließ verlauten, noch im Februar sei mit der Unterzeichnung der Verträge zu rechnen. Daraufhin warteten wir ab. Wie es aussieht, können wir jetzt zu warten aufhören – hier lesen.

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In eigener Sache: Podiumsdiskussion

Wir laden am Samstag, den 5.3.2011 um 19 Uhr herzlich zu einer Veranstaltung mit dem Titel

KEINE KULTUR BEI KLAMMEN KASSEN?

ein.

Die Diskussion um die Schließung des Thalia-Theaters hat bundesweite Reaktionen hervorgerufen, und war dennoch kein Einzelfall. Die Kultur ist – als sogenannte freiwillige Leistung – bei klammen Kassen sehr früh auf der Streichliste der Politik. Ist die Kultur die Sparbüchse der Nation? Was ist der Wert von Kultur heute? Und wo bleibt in der aktuellen Debatte die Qualitätsdiskussion?
Zu diesen und vielen weiteren Fragen laden wir zu einem Gesprächsabend mit Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Annegret Hahn, Intendantin des Thalia Theaters Halle.

Datum:    Samstag, 5. März 2011
Ort:          Thalia Theater Halle
Kardinal-Albrecht-Straße 6
Zeit:         19:00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.

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Haustarifvertrag?

Auf unserer Presseseite steht als letzter Artikel jener aus der MZ vom 26. Januar 2011, in dem die Oberbürgermeisterin Szabados erklärt, sie rechne fest mit der Unterzeichnung des zustande gekommenen Haustarifvertrages für die TOO GmbH spätestens im Februar dieses Jahres. Dieser Februar neigt sich nun dem Ende und wir fragen uns, ob uns was entgangen ist. Denn wie bereits Ende des vergangenen Jahres wird jede Pressemeldung zu den Theatern in dieser Stadt mit der im Gestus des Vollzugs vorgetragenen Floskel eingeleitet, das Thalia Theater sei ja neulich gerettet worden, worüber alle Beteiligten sehr erleichtert seien. Die Rettungsmetapher eignet sich aber auch zu gut, um Engagement zu inszenieren… Sei’s drum. Wir nur fragen uns nur, ob denn die lang erwartete Unterzeichnung – denn so ist’s in diesem Staate, ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag, aber nur mit Untertschrift, sonst ist er nüscht! – nun inzwischen vollzogen wurde. Der total objektiven Presseberichterstattung dieser Staat ist darüber jedenfalls nichts zu entnehmen. Wurde er gar in aller Stille unterschrieben und uns ist’s entgangen?

Oder ist was dran am Gerücht, dass niemand in der Stadt ein Interesse daran habe, vor den im März anstehenden Landtagswahlen noch irgendeine kulturpolitische Entscheidung zu treffen, die über das Jahr 2012 hinausgeht? Damit wäre dann das stetige Verkünden der Rettung infolge des abgeschlossenen Tarifvertrages gewissermaßen die Verfeinerung der hinlänglich praktizierten Hinhaltetaktik, mit der Öffentlichkeit und Belegschaft so schön ruhig gestellt werden konnten. ABER ACHTUNG: Dieser nicht ohne Grund im Konjunktiv formulierte Gedanke paraphrasiert ein in der Stadt umgehendes Gerücht. Nicht mehr.

Wir tun also, was im Laufe dieses Prozesses ganz gut gelernt haben: Warten.

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Antwortschreiben der Kultusministerin

Am 12.01.2011 ist die Zeichnungsfrist der Petition gegen die Schließung des Thalia Theaters in Halle abgelaufen. Wir, die Initiatoren des Protestes gegen die Schließung, haben Ende Dezember zahlreiche Unterschriftenlisten an die Kultusministerin Sachsen-Anhalts gesandt und die Petition eingereicht. Das Antwortschreiben der Ministerin kann hier nachgelesen werden: Reaktion Unterschriftenlisten_Kultusministerium

Wir bedanken uns bei allen, die unseren Protest unterstützt haben.

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